Rueckblick 2012 13 Programm      

                                                      Marionettentheater Blaubeuren

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Rueckblick

 2014

Freitag, 28.03.14

Literatur und Musik

KULTUR / THEATER AN DER TALMÜHLE
Abend über Erich Kästner
Einen Abend mit Erich Kästner gab es am Freitag im Theater an der Talmühle: Zeitkritisches, Bissiges, Politisches, Satirisches und etwas zum Schmunzeln.
SWP
Blaubeuren·: Peter Rinker trug Gedichte des Autors aus allen Schaffensperioden vor und erzählte aus seiner Biografie. Musikalisch einfühlsam begleitete die Texte Christoph Bock auf dem Synthesizer mit eigenen Kompositionen und Improvisationen. Geboren wurde Erich Kästner 1899 in Dresden. Seine Mutter Ida, zu der der zeitlebens ein enges Verhältnis hatte war Friseuse, sein Vater war Sattelmeister und Arbeiter. "Ich blieb das einzige Kind und war damit völlig zufrieden außer an Weihnachten", zitierte Rinker den Autor. Denn da hätte er sich Geschwister gewünscht, damit sich die Eltern nicht allzu sehr auf ihn konzentrierten und um seine Liebe kämpften. Für ein Kind der Unterschicht gab es damals kaum Möglichkeiten zu einer höheren Bildung, eine der wenigen war es den Lehrerberuf zu ergreifen. So besuchte Kästner 1913 das "Freiherrlich von Fletchersche Lehrerseminar". "Heute beschäftigen sich die 17-Jährigen mit ihrem Führerschein als Herausforderung, damals hatten die 17-Jährigen Angst vor dem Stellungsbefehl", sagte Rinker und gab passend dazu das Gedicht "Primaner in Uniform" wieder: "Der Rektor trat zum Abendbrot bekümmert in den Saal. Der Klassenbruder Kern sei tot. Das war das erste Mal" - beginnt das Gedicht. Und auch Kästner blieb die Einberufung nicht erspart. Nach dem Krieg machte er Abitur und studierte Geschichte, Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft und arbeitete dann bei der Neuen Leipziger Zeitung. Bis zu seinem Tod 1974 wurde Kästner mit vielen Ehrungen und Auszeichnungen bedacht, blieb aber der Mehrzahl als Kinderbuchautor von "Emil und die Detektive" oder "Das Doppelte Lottchen" im Gedächtnis. Gut, dass Abende wie in der Talmühle den anderen Kästner nicht vergessen lassen. me
Erscheinungsdatum:  04.04.2014, Copyright Das Blaumännle

 

FERNSEHEN / SONJA FABER-SCHRECKLEIN

BERICHTET ÜBER BLAUBEUREN

2013

 

 

TALMÜHLE / DIE GERETTETEN GEDICHTE EINER JUNGEN JÜDIN, DIE MIT 18 JAHREN IM KZ STARB
". . . ich möchte lachen und Lasten heben"
Einen berührenden Abend haben die Gäste am Freitag im "Theater in der Talmühle" mit Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger erlebt. Sie kam 1942 als Achtzehnjährige in einem Arbeitslager in der Ukraine ums Leben. Vorgetragen wurden die Texte von Barbara Rinker, musikalisch begleitet von Manuela Riegner an der Querflöte.
EVA MENNER
Blaubeuren ·: 57 Gedichte sind von Selma Meerbaum-Eisinger überliefert, teilweise schon im Alter von fünfzehn Jahren von ihr verfasst. Romantische und melancholische Liebesgedichte, impressionistische Naturlyrik, Gedichte voller Sehnsucht, der Schrei nach Leben und Todesangst sind darin vereint. "Lied" hat sie wie eigentlich alle ihre Gedichte einem jungen Mann, in den sie verliebt war, gewidmet: Lejser Fichman. Mit den Worten "Heute tatest du mir weh. Heute sagtest du mir: Geh! Und ich - ging", endet der Text.
An einem Tag, dem 16. April 1940, schrieb sie zwei Gedichte, "Nachmittag" und "Spätnachmittag". Darin heißt es: ". . . und fast möchte man die welken Blätter schelten, daß sie rascheln und die letzten Sonnenstrahlen stören. Und man möchte nur die Veilchen wachsen hören".
Ihr bekanntestes Gedicht ist "Poem". Das Mädchen schreit seine ganze Verzweiflung heraus angesichts des Einmarschs der deutschen Truppen in seine Heimatstadt Czernowitz und der Bedrohung allen jüdischen Lebens. "Ich möchte leben. Ich möchte lachen und Lasten heben und möchte kämpfen und lieben und hassen und möchte den Himmel mit Händen fassen und möchte frei sein und atmen und schrein. Ich will nicht sterben. Nein! (. . .) Das Leben ist rot, braust und lacht. Über Nacht bin ich tot."
Mit modernen Kompositionen hat Manuela Riegner die Lesung genial auf der Querflöte begleitet. Herausgesucht hatte sie Stücke mit Stilelementen israelischer Musik, von jüdischen Komponisten oder auch "Engel der Finsternis", das der zeitgenössische Komponist Josef Schlotter einem im KZ Dachau ermordeten Mädchen gewidmet hat.
Die Komponistin Felicitas Kukuck hat unter dem Titel "Sieben Lieder" Liebesgedichte der Lyrikerin vertont. Auch diese standen in der Talmühle auf dem Programm. Allerdings bis auf eines nicht gesungen, sondern gesprochen zur Musik. "Ich kann zwar ganz gut singen, aber dafür braucht man eine richtige Gesangsausbildung", bedauerte Barbara Rinker. Dieses kleine Manko verzieh man aber angesichts der gelungenen, berührenden Vorstellung.


Mit Paul Celan verwandt

Selma Meerbaum-Eisinger wurde 1924 in Czernowitz, dem Hauptort der Bukowina geboren. Die Stadt war ein kulturelles Zentrum jüdischen Lebens. Schon jung las Selma Autoren wie Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Paul Verlaine, Stefan Zweig - nach dem sie später sogar ein Gedicht benannte - oder Paul Celan, der ein Bruder ihres Großvaters war. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen im Juli 1941 wurde die Familie gezwungen, im Ghetto zu leben und 1942 ins Arbeitslager Michailowka in der Ukraine deportiert. Dort starb Selma Meerbaum-Eisinger mit 18 Jahren an Flecktyphus. Ihre Gedichte hatte sie in einem Album unter dem Titel "Blütenlese" zusammengefasst und es vor der Deportation Lejser Fichman gegeben. Der reichte es weiter an eine Freundin Selmas. So gelangte es nach Israel. Der Angebetete selbst starb auf der Flucht nach Palästina.
1968 wurden zwei der Gedichte in Ostberlin in einen Sammelband aufgenommen. In Israel wurde das Album später von Hersch Segal, einem ehemaligen Lehrer Meerbaum-Eisingers aus Czernowitz, als Privatdruck veröffentlicht. Die eigentliche Entdeckung der jung verstorbenen Lyrikerin geschah dann 1980 durch die Veröffentlichung ihrer Gedichte in der Bundesrepublik Deutschland durch den Journalisten Jürgen Serke. Er war von der Schriftstellerin Hilde Domin auf die Gedichte aufmerksam gemacht worden. Serke gab dem Band den Titel "Ich bin in Sehnsucht eingehüllt".
Erscheinungsdatum:  29.11.2013, Copyright Das Blaumännle
THEATER / HEITERER BÜHNENABEND MIT SKETCHEN VON WALTER PFAUS
Untiefen des Alltags
Keine Chance für Trübsinn und schlechte Laune: Mit dem Abend "Heiter geht es weiter" trotzte das Theater in der Talmühle dem Novemberblues.
EVA MENNER
Blaubeuren·: Die Idee mit einem heiteren Bühnenabend kam an - alle Zuschauerplätze waren besetzt. Auf dem Programm standen Sketche von Walter Pfaus, beschwingt begleitet von Traude Fülle mit dem Akkordeon und heitere Gedichte. Walter Pfaus, der in Blaubeuren lebt, ist bekannt als Autor von Krimis und Komödien. In der Talmühle spielten er und seine Frau Hildegard Pfaus, Peter Nardon, Dagmar Stemann sowie Barbara und Peter Rinker die Sketche.
In der "Goldenen Hochzeit" will ein Paar zur Feier des Tages in einem schicken Restaurant Essen gehen. Er ist total unleidig, hat an allem etwas auszusetzen, beleidigt den Ober, will unbedingt Dampfnudeln essen, empfiehlt seiner Frau, die etwas essen will, "was sie sonst nicht hat", Hirn zu nehmen. Schließlich verlässt die frustrierte Gattin mit ihm das Lokal, ohne irgendetwas zu sich genommen zu haben. Auflösung der Geschichte: Der Gatte hatte den Geldbeutel vergessen und wollte das nicht zugeben. Im Sketch "Urlaubsreise zu dritt" gewinnt ein Ehepaar bei einem Preisausschreiben eine zweiwöchige Reise nach Gran Canaria für drei Personen und gerät sich über die dritte Person, die man mitnehmen könnte, in die Haare. Wie gut, dass sich herausstellt, dass es eine dreiwöchige Reise für zwei Personen ist.
Zwischenspiele auf dem Akkordeon gab es mit Traude Fülle. Ausgegraben wurde auch manch witziges Gedicht, so zum Beispiel "Auf dem Hühnerhof".
 
Erscheinungsdatum:  15.11.2013, Copyright Das Blaumännle
 
 

Vortragsabend

Auch Tibeter kommen nicht als Engel zur Welt

Theater in der Talmühle Blaubeuren

Die Bildung der Gesamtpersönlichkeit als Zielsetzung schulischer Erziehung ist allgemeiner Konsens.

Interessant ist aber, wie dieses Ziel, allen materiellen Beschränkungen zum Trotz, in einem armen Entwicklungsland umgesetzt wird. Zwei Blaubeurer, die enge Kontakte zu Schulen in Nepal unterhalten, zeigten an deren Beispiel, wie wichtig Ziele nicht formaler und ethischer Bildung dort sind.

Martin Anhorn berichtete von einem ländlichen Berufsschulzentrum, in dem nicht nur Fachwissen vermittelt wird, sondern er verfolgte auch, wie die Ausbildung die Abgänger zur Existenzbewältigung befähigt.

Heide Rau stellte die Entwicklung der Kailash Bodhi School seit 1993 dar und zeigte, wie die Kinder außer Faktenwissen auch eine Erziehung auf Grund der buddhistischen Ethik erfahren.

Zwei Sprecher (Peter Rinker und Siegfried Hermann) in der Rolle von Mönch und Philosoph beleuchteten ethische Fragen aus östlicher und westlicher Sicht. Sie arbeiteten Unterschiede heraus und fanden Gemeinsamkeiten.


Sonntag, 27.10.13

"Das Leben ist rot"
Am Samstag war Weltfriedenstag. Der verging weitgehend unbeachtet - allerdings nicht im Theater in der Talmühle.

Das bot an diesem Abend "Texte wider das Vergessen" von Nazi-Regime und Krieg.

Publikumsreaktionen

  • „Genauso wurde mir mein Bruder und meiner Mutter der Sohn genommen“ zu dem Gedicht von Hedda Zinner „Deutsches Volkslied 1935
  • „wie sehr müssen die Fernsehbilder der Bürgerkriege im Nahen Osten immer wieder die Erinnerung an den Schrecken der Kindheit heraufbeschwören“ zu dem Bericht Peter Rinkers über die Bombardierung Ulms am 17. Dezember 1944
  • „man braucht wirklich die wunderbare Musik von Herrn Bock, um die Spannung abbauen zu können, die sich durch Ihre eindringlichen Vorträge aufbaut“
  • „leider erreichen Sie diejenigen durch Ihre Veranstaltung nicht, die heute wieder den rechten Parteien zustreben“

Blaubeurer Geschichten“ von und mit Peter Schmid. Begleitet wurde er von Traude Fülle mit Musik auf dem Akkordeon.

Foto: F.Luwe

Literatur und Musik

Foto: F.Luwe

Bleib erschütterbar - und widersteh“

Martin Morgen, Barbara und Peter Rinker lasen Gedichte von Tucholsky, Kästner, Brecht und Rühmkorf, dazu erklang Musik der 20er und 30er Jahre.

Marionettentheater

Fotos: Michael C. Thumm

Wie die schöne Lau das Lachen lernte“, ein Marionettenspiel nach dem Text „Die Historie von der schönen Lau“ von Eduard Mörike (geeignet für Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene jeglichen Alters)

2012

Samstag, 15. und Sonntag, 16. September

Kaspertheater   

Kasper und die Schatzkiste des Königs

Das Ensemble von

Kasper und die Schatzkiste des Königs von links:

Antonia Stützle, Brigitte Neumann Sigloch, Barbara Rinker

Fotos Luwe


 Dichterlesung Oktober 2012   Barbara Rinker

Aus unseren Produktionen:

Die Entführung aus dem Serail                 Fotos: Gordon Stevens

Begegnung mit Berlin, Chansons, Schlager,  Fotos: Frank Luwe

Eine türkische Erfolgsgeschichte

                                                                                                                                                         

 

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